Was für ein beschissenes Ergebnis…

Eigentlich wollte ich hier erstmal all das verbloggen, was in letzter Zeit so liegen geblieben ist. Jetzt drückt aber gerade der Schuh an einer ganz anderen Stelle.

Vorgestern hat die SPD ein so richtig mieserables Ergebnis eingefahren. Große Koalition tut uns einfach  nicht gut. Aus guten Ideen und guten Ansätzen werden dann Kompromisse, die man oft auch teuer mit anderen faulen Kompromissen bezahlen muss. Andere Projekte scheiterten am Widerstand der Union.

Jetzt haben wir den Salat!

Aber immerhin: Die Parteispitze hat gleich klargestellt: Wir gehen in die Opposition. Und das ist gut so. Nur so kann sich die SPD neu aufstellen und neu anfangen.

Dieser Teil des Wahlergebnisses ist zwar nicht schön, aber das wirklich schlimme an diesem Ergebnis ist, dass eine rechte Partei als drittgrößte Fraktion im deutschen Bundestag sitzt. Auch daher bin ich übrigens dankbar, dass die SPD gleich klargestellt hat in die Opposition zu gehen – ein Oppositionsführer Gauland ist für mich unvorstellbar.

Eine rechte Partei im Palament.

Das stört mich. Das macht mich wütend. Und es erschreckt mich – weniger das, was diese Herrschaften dazu sagen und wie sie sich geben – das wusste man schon vor der Wahl. Ihre Themen hatten in den letzten Wochen viel Raum – und vielleicht hätte man bereits vorher viel stärker den Fokus auf das Problem Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Deutschland legen müssen. Denn das ist das Kernproblem, das sich gezeigt hat. Die 94 AfDler im Bundestag sind ja nur ein Ergebnis. Aber 12,6 % der wählenden Deutschen haben für sie gestimmt. Und das sollte uns nachdenklich stimmen.

Es stimmt, 87,4 % haben sie nicht gewählt. Und diese 87,4 % – wir, die wir uns für Demokratie und Gesellschaft interessieren und engagieren – wir sind jetzt gefordert. Es gilt, konsequent gegen rechte Parolen und Stammtischparolen zu argumentieren. REchtes Gedankengut aufzudecken und zu widerlegen. Und wir müssen für unsere Ideen und unsere Demokratie einstehen. Und wir dürfen nicht aufhören für eine solidarische und gerechte Gesellschaft zu kämpfen. Es braucht Perspektiven und Gegenentwürfe – aber auch eine Auseinandersetzung mit dem um sich greifenden Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Europa.

Ich finde es unerträglich, dass Rechte im Bundestag sitzen, ich finde es unerträglich, dass soviele Menschen sie gewählt haben.

Aber: es macht mir Mut, dass immer mehr Menschen jetzt aktiv werden, dass sie Position beziehen und Partei ergreifen wollen. Dass sie eintreten für Demokratie!

Danke

 

 

Endlich – der Frühling kommt

So langsam ist es wirklich so weit. Die Schneeglöckchen sind schon am verblühen, die ersten Krokusse sind zu sehen und die Narzissen strecken auch schon die Fühler aus. Erste Bienen wurden gesichtet und in den Gärten regen sich die fleißigen Gärtnerinnen und Gärtner. Die freudige Nachricht breitet sich aus: ES WIRD FRÜHLING.

Wir haben mit der Familie heute die Fahrrad-Saison eingeläutet (für den Mann ist ja immer #fahrradwetter und mich trifft man auch im Winter mal mit Rad an…) und sind mal schnell in die Kräuterstube nach Fuchsstadt geradelt. Dort gibt es phänomenal leckere selbst gemacht Holunderblütenlimo und leckeren Kuchen  – und weil es Frühling wird, gab es für die Kinder auch das erste Eis des Jahres.

Rad gefahren, Sonne getankt, den Frühling gefühlt – schön war´s!

Neu in Würzburg: ein Unverpackt-Laden

Nachhaltigkeit ist ein großes Thema in unserer Familie. Da spielt auch nachhaltiger Konsum eine große Rolle. Wir versuchen regionale und saisonale Produkte einzukaufen und wir reden mit unseren Kindern darüber – z.B. auch warum wir im März keine Erdbeeren kaufen oder im Juni keine Weintrauben. Wir kaufen gerne am Markt ein und kaufen Fairtrade-Produkte. Oft kaufen wir aber im örtlichen Supermarkt ein – und ärgern uns über den Verpackungsmüll, den wir da mit nach Hause tragen. Erst gestern stand ich wieder vor der Wahl: abgepackte regionale  Karotten aus Mainfranken oder lose Karotten aus irgendwo in Deutschland – sowas ärgert.

Und auch die Kinder denken da mit und sehen den Müll. Unser großer Sohn hat im September einen Artikel über einen Unverpackt-Laden in Berlin gelesen. Das fand er eine gute Sache und seit dem lag er uns in den Ohren, dass er unbedingt mal in so einem Laden einkaufen will. Unsere Recherchen ergaben: Passau. Nun gut. Dann die Info, dass in Nürnberg ein solcher Laden aufmachen will. Und jetzt dann: Würzburg – Juhu!

Seit Donnerstag gibt es ihn, Würzburgs Unverpackt-Laden (die Homepage ist zwar noch nicht so ganz aktuell, aber der Laden ist jetzt fertig und war die letzten Tage ziemlich voll – da blieb für Internet wenig Zeit)  – heute haben wir das ganze mal ausprobiert.

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Würzburg hat ein Radverkehrskonzept

und hier kann man es nachlesen:

http://www.wuerzburg.de/de/themen/bauen-wohnen/radverkehr-in-wuerzburg/rvb-mitglieder/radverkehrskonzept/413135.Radverkehrskonzept.html

Gerade noch vor den Haushaltsberatungen hat der Stadtrat das Radverkehrskonzept beschlossen. Und das ist ein wichtiger Schritt in Richtung fahrradfreundliches Würzburg. Jetzt geht es dann an die Umsetzung – da hätte ich mir in den Haushaltsberatungen dann schon ein deutlicheres Zeichen gewünscht und gewünscht, dass deutlich mehr Mittel für den Radwegebau eingestellt werden. Neben der – wichtigen – Anbindung der Landesgartenschau an das Radwegenetz  sollten auch ausreichend Mittel zur Verfügung stehen um die Radachse zwei zu bauen und endlich die Radachse nach Versbach sicher zu gestalten.

Jetzt gilt es dennoch, nach und nach, dieses Radverkehrskonzept umzusetzen. Manches ist schon auf den Weg gebracht, auf manches, wie den Beschluss zur Öffnung weiterer Einbahnstraßen für den Radverkehr, warte ich noch. Anderes muss jetzt angegangen werden. Die Grundsätze im Radverkehrskonzept stimmen. Jetzt ist Verwaltung und Politik gefordert.

„Die Ruhe bewahren“

– das ist das Motto der Allianz für den freien Sonntag  – einem Bündnis aus Kirche und Gewerkschaft und weiteren Partnern, das sich für den freien Sonntag einsetzt.

Warum ich darüber schreibe? Weil gerader erst wieder Mantelsonntag war – ein Ereignis, das recht unspektakulär an mir und meiner Familie vorbei geht. Ich halte nämlich auch nichts von verkaufsoffenen Sonntagen. Das hat etwas mit Pausen und Ruhe zu tun, mit Schutz für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und auch mit dem im Grundgesetz verankerten Schutz des Sonntags.

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Gott sei dank – es ist Sonntag. Meine religiöse Haltung ist durchaus auch ein wichtiges Argument. Für mich zählt auch das 3.Gebot – auf meine Weise. Glaube ist Privatsache und daher muss da jede und jeder selbst entscheiden… Ich gehe nicht zum verkaufsoffenen Sonntag in die Stadt – ich vermeide es auch, Sonntags einkaufen zu gehen – auch aus der tiefen Überzeugung, dass auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer das Recht auf einen Ruhetag in der Woche haben.

Ohne Sonntag gibt es nur noch Werktage.

Das war das Schlagwort einer Aktion für den freien Sonntag aus der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Aber auch ohne diese religiöse Konnotation bringt es der Satz auf den Punkt:

Den Sonntag erlebe ich als eine angenehme und wichtige Unterbrechung im Alltagstrott. Der Tag der aus der Reihe fällt – der Tag der ein durchschnaufen und eine Pause ermöglicht. Was jetzt nicht erledigt ist, kann – und muss oft auch – dann noch einen Tag warten. Der Sonntag, der das hetzen zwischen Terminen und Arbeit und Schule ablöst. Der Sonntag ist der eine Tag den ich jede Woche versuche, für die Familie so weit wie möglich frei zu halten. Denn für meine Familie gilt schon auch: Sonntags gehört Mama uns! Ich genieße das – diesen einen Tag, der aus der Reihe fällt. Und ich denke auch, dass Andere das gleiche Recht haben auf diesen freien Sonntag! Klar gibt es Berufe, in denen das nicht möglich ist – aber die Verkäuferin oder der Verkäufer gehört da nicht dazu.

Sonntags gehört Papi mir!

Das fordert der DGB. Und auch das kann ich gut nachvollziehen. Denn die Diskussion, die ich mit Jugendlichen im Unterricht zu verkaufsoffenen Sonntagen regelmäßig führe, spricht hier Bände. Die Jugendlichen sind meistens mit großer Mehrheit gegen den verkaufsoffenen Sonntag – genau aus den genannten Gründen. Sie schätzen diesen einen Tag der den Alltag noch einmal ganz anders unterbricht. Der Tag zum chillen und Freunde treffen… Auch ist die Verkäuferin, die am Sonntag dann arbeiten muss, eben nicht die nette Dame hinter dem Verkaufstresen, deren Familie jetzt organisieren muss – sondern es ist die Mutter, die Tante, die Schwester – und sie selbst sind da ganz anders betroffen. Für die Einzelnen macht es auch nicht so den Unterschied, WANN man das Geld ausgibt. Mehr Geld hat man nicht, das man ausgegeben könnte – nur weil man es auch mal am Sonntag shoppen gehen kann.

Das besondere an dem Verkaufsoffenen Sonntagen ist auch weniger, dass man Sonntag einkaufen kann – sondern es ist das Event, das um so einen Sonntag organisiert wird. Und dieses Event ist definitv gut organisiert und reizvoll – warum das nur an einem Sonntag möglich ist und nicht an einem Samstag, an dem die Geschäfte ja sowieso offen haben, ist für mich nicht zwingend ersichtlich. So hat das was von einem huldigen des Konsum-Gottes am Tag des Herrn – und da bin ich dann doch auch wieder bei einer religiösen Argumentation…

Der Mantelsonntag ist Tradition in Würzburg – auch wenn heute kaum noch wer einen Mantel kauft. Diesen verkaufsoffenen Sonntag werden wir nicht so leicht weg bekommen. Einen weiteren will ich aber definitiv nicht. Da ist es für mich auch kein Kompromiss, wenn es dann ein Versprechen gibt, dass mit einem zweiten Verkaufsoffenen Sonntag dann gut ist – für wie lange auch immer…

Ich möchte keinen verkaufsoffenen Sonntag – nicht drei, nicht zwei und eigentlich auch nicht den einen.